Wandern und fotografieren im Lonetal – Neandertaler Weg

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Die Lust zu fotografieren war mal wieder groß bei mir. Aber ich wollte etwas Neues sehen. Etwas Neues fotografieren. Ich wollte mich bewegen und etwas erleben. Ich bin leider schlecht informiert, was es in meinem näheren Umfeld alles für Möglichkeiten gibt. Was es alles zu sehen gibt. Also Google angeworfen und mich informiert. Nach kurzer Recherche bin ich auf das Lonetal gestoßen. Nicht weit weg von meinem Wohnort. 25 Minuten Fahrt. Es bietet verschiedene Wanderwege. Einer ist mir ins Auge gesprungen: „Auf den Spuren des Neandertalers“.

Ein Rundwanderweg mit 12 km Länge. Dauer ca. 2 1/2 Stunden. Für mich als absoluter „Wanderanfänger“ klang das nach einem machbaren Ziel. Also am Vorabend das Equipment gereinigt, Akkus geladen und den Rucksack gepackt. Noch einmal die Wetterapp gecheckt: „Mist, das Wetter wird mich wohl im Stich lassen!“. Regen war angesagt mit über 60 % Wahrscheinlichkeit. Dennoch bin ich los, und ich hatte Glück:

Bocksteinhöhle

Auf dem – extra für Wanderer angelegten – Parkplatz angekommen, erstmal den Rucksack aufgesattelt. Ich war schwer bewaffnet. Viel zu schwer. Aber man kennt es: „Lieber mal alles mitnehmen! Man weiß ja nie was kommt!“. Also hatte ich meine Canon EOS 90D dabei, mein Sigma 70-200 f2,8, das Sigma 30 mm f1,4 das Sigma 10-20 mm F4-5.6, und das Canon 50 mm f1,8. Neben Kamera und Objektiven hatte ich noch das große Stativ dabei, ein kleines Gorillapod, ND Filter, Akkus und den DJI Pocket 2. Aber ich hatte den kompletten Brennweitenbereich von 10 bis 200 mm abgedeckt! Und dafür einen sehr schweren Rucksack. Merken für das nächste Mal: Weniger ist mehr…

Vollgepackt mit tollen Sachen, die das Fotografieren schöner machen, losgelaufen und mich erstmal informiert, wo ich lang muss. Nach kurzer Studie des Wanderplans war der Weg klar und es konnte losgehen. Das erste Highlight des Neandertaler Wegs ließ nicht lange auf sich warten. Nach 600 Metern war es schon erreicht. Die Bocksteinhöhle.

Der Aufstieg zur Höhle war etwas steil. Auf jeden Fall auf gutes Schuhwerk achten. Mit Flip-Flops kann man sich schnell verletzen an den spitzen Steinen oder abrutschen! Oben angekommen, hatte man eine wunderschöne Aussicht auf den umliegenden Wald. Die Höhle selbst war sehr interessant. Schön angenehm kühl, sobald man sie betreten hat. Dabei ist mir aufgefallen, das ich als Kind zuletzt mit der Schule eine Höhle gesehen hatte. Mein Gott, ist das lange her.

Waldstück

Nach dem Abstecher in der Bocksteinhöhle ging es weiter. Man läuft direkt in einen Wald hinein, der einen Großteil der ersten Hälfte des Rundwanderwegs ausmacht. Jahreszeiten bedingt, war der Wald natürlich noch sehr kahl. Und es standen überraschend viele Jägerstände herum. Man konnte kaum 200 m gehen, ohne einen zu entdecken. Aber mir sollte es Recht sein. Sie geben ein gutes Motiv im Wald ab.

Flora

Da der Wald im Allgemeinen noch etwas Karg war, sind die kleinen Farbtüpfelchen in Formen von Blumen auf dem Boden, einem sehr schnell ins Auge gesprungen. Da kann ich natürlich nicht nein sagen und habe sie fotografiert. Immer wieder schön und faszinierend was unsere Mutter Natur alles an Farben und Formen zaubert.

Die Landschaft

Den Wald verlassen, ging es wieder ins Lonetal hinunter. Ihr seid umgeben von Wald, aus dem immer wieder imposante Felsformationen aus den Hügeln rings um euch herausragen. Ein toller Anblick!

Leider führte die Lone (der namensgebende Fluss durchs Tal) noch kein Wasser. Das hätte sicher auch das ein oder andere interessante Foto ergeben.

Hohlensteinhöhle – Gitter versperrten seinen Weg!

Nach einigen hundert Metern, trifft man auf die zweite Höhle des Neandertaler Wegs. Die Hohlensteinhöhle. Sie besteht aus zwei Höhlen. Dem Hohlstein-Stadel (Rechts) und der „Bärenhöhle“ (Links). Dort wurden unter anderem ein ganzes Bestiarium an Knochen gefunden. Der Hohlstein-Stadel ist Fundort unzähliger Elfenbeinfragmente, aus denen der Berühmte „Löwenmensch“ wieder zusammengesetzt werden konnte. Die Höhle ist auch Fundort des einzigstem Neandertalerknochen Südwestdeutschlands. Wegen dieser wirklich herausragenden Funden, sind beide Höhle zum Schutz vor Raubgrabungen (und einem neugierigem Burni) durch Gitter verschlossen.

Fazit

Das Wetter hat mich zum Glück nicht im Stich gelassen. Zeitweise war es zwar sehr windig, aber es blieb trocken. Den Wanderweg habe ich leider zum Ende hin etwas abgekürzt. Dadurch das ich über insgesamt 400 Bilder geschossen habe, war die ursprüngliche Zeitangabe von 2 1/2 Stunden natürlich nicht einzuhalten. Dafür bin ich viel zu oft stehen geblieben und habe das um mich rum genossen und eingefangen. Die Zeit lief mir dann am Ende dadurch doch davon.

Aber ich habe viel gesehen und erlebt. Das war mein Ziel. Die Höhlen waren wirklich toll zu sehen. Der Wald – wenn auch noch karg – war sehr schön. Dort war auch ein Lehrpfad zu finden, der über Pflanzen und Bäume aufklärte. Auch die Informationstafeln an den Höhlen waren interessant. Wieder was gelernt!

Aus Fotografischer Sicht sind mir wirklich ein paar gute Bilder gelungen. Unten findet ihr noch eine kleine Auswahl von drei Bildern, die mir persönlich sehr gut gefallen haben.

Fazit: Ein toller informativer Wanderweg, auf dem man auch toll fotografieren kann. Mal sehen, ob ich es mich im Sommer oder Herbst nochmal dort hinzieht, um den Wald in seiner vollen Pracht noch zu erleben.


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