Der Wald und seine Pilze

Waldfoto,Waldfotografie,Pilz,Pilzfotografie,Woodland,Forest

Ich stand auf meinem Balkon. Um mich rum war alles nebelverhangen. Es war ein Samstag Vormittag im Oktober. Obwohl es nicht mehr sonderlich früh war und es schon bald auf die Mittags Zeit zuging, war der Nebel noch schön dicht. Ich hatte Zeit, also packte ich schnell meinen Fotorucksack und ab in den Wald. Meine Hoffnung war es, noch die Nebel Stimmung im Wald einfangen zu können, bevor sich der Nebel verzieht. Und das ist mir gelungen. Deswegen nun: Der Wald und seine Pilze.

Equipment

Ich bin diesmal mit „schwerem“ Equipment los. Ich hatte meine Canon EOS 2000D dabei, mein Sigma 30mm f1.4, mein Sigma 10-20mm f3.5 und mein Sigma 70-300mm. Das Stativ an den Rucksack gepackt, etwas zu trinken an die andere Seitentasche rangemacht und noch etwas Kleinkram reingetan. Akkus, Speicherkarten, Polfilter (den ich nicht genutzt habe), Gorillapod, Reinigungsset und fertig.

Das 30mm Objektiv hatte ich dabei, wegen seiner Lichtstärke. Das Weitwinkel 10-20mm um den Wald schön einzufangen und das 70-300mm um Detailaufnahmen zu machen von Pilzen usw.

Mehr los als erwartet

Ich bin in ein Waldstück gefahren, das auch ein Erholungsgebiet ist. Ganz in der Nähe von Wittislingen, 10-15 Minuten von meinem Wohnort entfernt. Ich bin da wirklich sehr gerne. Einfach ein schöner Wald, in dem man einen Rundgang auf vorgegebenen Wegen machen kann.
Angekommen, habe ich mir erstmal – noch am Auto – meine Outdoor Schuhe angezogen, die Kamera aus dem Rucksack befreit und den Rucksack aufgesattelt. Kaum 5 Minuten und die ersten Testbilder später, kamen mir schon die ersten Jogger entgegen. Ich bin überall auf Spaziergänger, Familien und Jogger gestoßen. Und habe mit meiner Ausrüstung und Kamera etwas für Aufsehen gesorgt. Dazu aber später mehr.

Falls ihr auch mal hin möchtet: Google Maps Link

Die Pilze

Ich war voller Hoffnung, einige schöne Pilze auf dem noch feuchten Waldboden zu finden. Und ich wurde nicht entäuscht! Aber auch das ein oder andere Detail wie kleine Wilde Erdbeeren sind mir aufgefallen, die ich unbedingt fotografieren musste. Dazu nutzte ich meistens das 70-300mm Objektiv auf dem Stativ. Selten auch mal das 30mm oder das Weitwinkel Objektiv Freihand. Hier ein paar Detailaufnahmen:

Begegnunen

Als ich das Bild, der wilden Erdbeere gemacht habe, kam ein älteres Ehepaar des Weges. Meine Kamera stand auf dem Stativ, das Objektiv auf 300mm ausgefahren, ich habe manuell fokussiert, war ganz konzentriert. Der Waldboden war sehr verwachsen, man konnte die kleine Erdbeere nicht wirklich ausmachen mit bloßem Auge.
„Darf ich fragen was sie hier fotografieren?“, fragte mich der ältere Herr. Ich habe es ihm natürlich gezeigt auf meinem Kamera Display. Er war ganz hin und weg, wie man die Erdbeere sehr groß und leuchtend Rot auf dem Bildschirm erkennen konnte.
„Das musst du dir ansehen! Schau mal, ganz Rot! Fast wie im eigenen Garten, als würde die Erdbeere von der Sonne angeschienen!“, sagte er zu seiner Frau. Ich musste etwas grinsen.

Eine Einladung

Wir kamen etwas ins Gespräch, ob ich das ganze beruflich mache, da das ja sehr professionell aussieht. Oder ob man die Bilder den irgendwo sehen könnte. Ich habe es ihm aber verschwiegen, da ich mir nicht sicher war, ob sie wussten, was Instagram ist. Er fand das aufjedenfall Schade, da er sich gerne Bilder ansieht, vor allem wenn sie hier aus der Gegend sind.
Sie erwähnten dann, das es hier im Wald eine Hütte gäbe, für die die beiden Schlüsseldienst machen. Es wäre doch eine tolle Sache, die Hütte mal einzuheizen und sich gemeinsam die Bilder anzusehen bei einer Brotzeit. Ich fand die Einladung ganz nett, aber meine Mama hat mich immer davor gewarnt, wenn ältere Männer mich in eine Hütte in den Wald einladen wollen, dem nach zu kommen…
Wir haben noch etwas geredet und ich habe ihnen noch mehr Bilder gezeigt auf der Kamera die ich gemacht hatte vom Wald und seinen Pilzen und ihnen hat es wirklich gut gefallen. Sie fanden es toll, die Natur zu fotografieren, da man da ja immer draussen unterwegs ist und die ganze Schönheit festhält usw. Dem kann ich nur zustimmen.

Der Wald

Die Lichtstimmung war wirklich toll. Der Nebel hing noch in der Luft, die Blätter der Bäume waren in den schönsten Herbstfarben. Die Luft sehr angenehm. Das ganze Feeling wollte ich natürlich fotografisch festhalten.

Corona freie Zone im Wald?

Dumm

Man muss im Wald natürlich keinen Mundschutz tragen. Es kam mir auch eine Gruppe von Joggern / Sportlern entgegen, die den „Trimm dich Pfad“ genutzt haben und ihre Übungen an jeder Station gemacht haben. Es waren sicher 6-8 Leute die das gemeinsam gemacht haben. Keiner von ihnen trug einen Mundschutz. Niemand der mir entgegen kam trug einen. Ich selbst auch nicht, da ich nicht auf engere menschliche Kontakte eingestimmt war im Wald. Deshalb wunderte ich mich doch sehr, als ich eine (wohl gebrauchte) Maske an einem kleinen Baum im Wald hingen sah.
Tut mir leid, wenn ich etwas ausfällig werden, aber wie dumm kann man sein? Muss das sein, das man seine Maske im Wald „entsorgt“ und wohl noch offensichtlich so an einen Baum hängt? Das ist Müll, voll mit deinen Bakterien und Viren. Entsorg deine Maske gefälligst ordentlich. Das wird ja wohl nicht so schwer sein. Mülltonne auf, Maske rein, fertig. Oh man…

Schlußwort

Eine Einladung zur einer Brotzeit in einer Hütte im Wald mit Bilderschau, Kinder die mir interresiert zugesehen haben, als ich mit Kamera auf Stativ Pilze fotografierte, und eine Joggerin der oben genannten Gruppe die nur Liegestütze machen würde, wenn ich sie dabei fotografiere und sie dann in die Zeitung kommt.
Nette Begegnungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Und viel wichtiger: Tolle Bilder. Ein schöner Fotowalk in jeglicher Hinsicht. Und nicht mein letzter, in diesem schönen Stückchen Erde.


Du möchtest dein Kommentar / eine Kritik oder Lob zum Beitrag äußern? Feedbackformular
Die hier gezeigten Bilder sind Urheberrechtlich geschützt.
Du hast Interesse an einem Bild aus dem Beitrag? Oder etwas anderem?
Interessenformular